Archiv der Kategorie: Blogbeitrag

„Also Polen war auch Schuld an dem Krieg?“ „Ja, unbedingt!“ Das Neumünsteraner AfD-Vorstandsmitglied Kay Albrecht über den 2. Weltkrieg

Uns hat nach der Sendung noch ein Interview aus Neumünster erreicht. Wir wollen hier nicht den Rechten eine Plattform geben, aber es ist schon entlarvend was Kay Albrecht von der Partei „Alternative für Deutschland“ vom Kreisverband Neumünster über den Ausbruch des zweiten Weltkriegs am Wahlstand auf dem Neumünsteraner Großflecken so von sich gibt. Der im vergangenen Jahr gegründeten rechten Partei wird für die bevorstehende Europawahl ein erstmaliger Einzug ins EU-Parlament vorausgesagt.

Kay Albrecht (AfD) über die Kriegsgründe zum Zweiten Weltkrieg (Kurzer Ausschnitt aus der zweiten Audio-Datei unten):

Kay Albrecht, über Gott, die Welt, die NPD und die Kriegsschuld“frage“ des Zweiten Weltkriegs.

Landestreffen aller Initiativen am 21. Mai 2014 in Neumünster

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Foto von der FRISH-Infoveranstaltung im Kieler Landtag im Februar 2014. Abgeordnete hören sich Beiträge Freier Radios an.

Nach langem Warten ist es nun Gewissheit. Die Staatskanzlei hat einen ersten Entwurf für einen neuen Medienstaatsvertrag zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein erstellt. Darin geht es allein um die Zulassung lokaler Radios in Schleswig-Holstein. Doch so groß die Freude, so klar auch die Kritik, die wir an diesem ersten Entwurf haben.

Zu den Details werden wir beim nächsten Landestreffen ausführlicher diskutieren, um unsere Stellungnahme als Teil des laufenden  Anhörungsprozesses abzugeben. Alle Initiativen und Radiointeressent_innen aus Schleswig-Holstein sind deshalb herzlich eingeladen bei der Diskussion dabei zu sein. Wir treffen uns am Mittwoch, den 21. Mai 2014, ab 18 Uhr im Gewerkschaftshaus in Neumünster (Carlstraße 7, Anbau, Tagungsraum 1). 

Auch im Mai – Radio gegen den gesellschaftlichen Wahn machen!

Bestimmendes Thema der LPG(A) Löwenzahn im Mai waren die „Montagsmahnwachen“, auch den Interviewpartnern, die was zu anderen Themen zu sagen hatten, schien das Thema sehr am Herzen zu liegen.

Einführend ein kurzer Audioeindruck der Soli-Bike-Tour für Lampedusa in Hamburg, aufgenommen vor dem Rendsburger Abschiebeknast.

Danach gab es einen Beitrag der Freien Radio-Cooperative aus Husum zu dem montäglichen Wahnsinn. Der recht positive Bezug auf die linke Friedensbewegung wurde danach auch noch kurz diskutiert, aber ausführlicher im Gespräch mit einer Person aus Kiel.
http://www.freie-radios.net/63541

Wir haben uns allerdings entschieden, geographisch an der Westküste zu bleiben und etwas über Naziaktivitäten in Nordfriesland zu hören, wozu ihr weitere Infos auch hier und hier nachlesen könnt…

…bevor es thematisch mit den Montagsmahnwachen weiterging, diesmal mit einem Beitrag aus Kiel und einer spannenden Diskussion im Anschluss.

Thematisch ganz anders geartet: Zur Fachtagung „Wa(h)re soziale Arbeit“ des AKS an der FH Kiel.

Abschließend wurde mit einem Blogbeitrag noch eine etwas andere Perspektive auf den Montagskram beleuchtet. Leider hat der Upload auf den Server irgendwo gehakt, deswegen ohne Ton zum Nachlesen:

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Löwenzahn im April – Von Versammlungen, Gesetzen und Verboten

Der Neumünsteraner AJZ wurde von der Stadtverwaltung ein faktisches Veranstaltungsverbot erlassen.
Im Interview erzählt uns ein Vertreter der AJZ, warum die AJZ wichtig für die kulturelle und politische Landschaft der Stadt ist.

Eine im Bündnis für Versammlungsfreiheit in Schleswig-Holstein organisierte Person schildert die Gefahren, die das geplante neue Versammlungsgesetz für Schleswig-Holstein für die Versammlungsfreiheit birgt und entwirft eine Perspektive selbstbestimmten Demonstrierens, dessen Legitimität sich am Inhalt und nicht an der Form orientiert.

Interview mit einer Vertreterin des Infoladens Subtilus aus Flensburg zur aktuellen Bedrohungslage, der das Projekt durch Pläne des Vermieters ausgesetzt ist.

Von Flensburg geht es nach Hamburg. Mit Fahrrädern, die für die Gruppe Lampedusa in Hamburg instandgesetzt wurden und als Critical Mass nach Hamburg überführt wurden. Zur vorgestrigen Etappe und der Zwischenstation vor dem Rendsburger Abschiebeknast findet ihr hier in Kürze einen weiteren Beitrag, der TeilnehmerInnen direkt zu Wort kommen lässt.

Der Gastbeitrag der Freien Radio-Initiative aus Neumünster zum Völkermord an Sinti und Roma im Nationalsozialismus findet sich, samt einer ausführlicheren Beschreibung, hier:
http://www.freie-radios-sh.org/porajmos-der-voelkermord-an-den-roma-und-sinti-zeitzeugeninterview-aus-neumuenster/
Wir bedanken uns für den tollen Beitrag und hoffen, dass die gute Vernetzung Freier Radioinitiativen in Schleswig-Holstein häufiger zu so einem fruchtbaren Austausch führt.

Porajmos, der Völkermord an den Roma und Sinti – Zeitzeugeninterview aus Neumünster

Das Freie Radio Neumünster hat zum Völkermord der europäischen Roma geforscht und in Neumünster die Spuren nachgezeichnet, in einem Interview mit dem Zeitzeugen Otto Laubinger und seinen Angehörigen:


Otto Laubinger ist Jahrgang 1928 und wohnt seit seiner Kindheit in Neumünster. Wir haben mit ihm, seinem Sohn Jonny Laubinger und seinem Neffen Tino Laubinger über ihre Erlebnisse gesprochen und was sie in unterschiedlichen Generationen als Minderheit der Sinti hier empfinden. Denn noch heute herrscht Angst, wenn man Sinti und Roma zum sogenannten „Porajmos“ [poraɪmos], zum nationalsozialistischen Völkermord, befragt. Wir wollen wissen, wie die Ausgrenzung, Verfolgung und Zwangsarbeit der Sinti und Roma in Neumünster in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 aussah. Wie entwickelte sich das nach 1945, welchen Diskriminierungen waren Sinti und Roma ausgesetzt? Und wie sieht es heute aus? Welche gegenwärtige Bedrohung erleben sie durch Rassisten und Neonazis?


http://sendungen.freie-radios-sh.org/nms/2014/beitrag_laubinger_final_2014_03_15.mp3

Downloadlink: „http://sendungen.freie-radios-sh.org/nms/2014/beitrag_laubinger_final_2014_03_15.mp3“

LPG(A) Löwenzahn – Wir machen schon im März, was wir wollen!

Zweiteiliges Interview mit der integrationspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag von Schleswig Holstein, Serpil Midyatli,
über Veränderungen in der schleswig-holsteinischen Migrations- und Integrationspolitik und über Missstände, wie die Fast-Abschiebung der Familie Hakopjan und den umstrittenen Polizeieinsatz im Rendsburger Asylbewerberheim Kaiserstraße.

„Als SPD-Politiker, Abgeordneter […] ärgert einen das tierisch, weil man weiß, dass es einen anderen Ermessensspielraum eigentlich gibt.“
Zweiter Teil des Interviews mit Serpil Midyatli und dem Landtagsabgeordneten Tobias von Pein (SPD) über den Umgang des Hamburger Senats mit integrations- und migrationspolitischen Themen.

Interview mit einem Menschen aus Flensburg zur Hausdurchsuchung beim linken Mailorder „Black Mosquito“.

Gespräch mit einem der Organisatoren einer Fahrrad-Soli- Tour und -werkstatt für „Lampedusa in Hamburg“.

LPG(A) Löwenzahn: Sendung vom 21.02.2013

Der Server auf dem unsere anderen Sendungen liegen, ist leider gerade nicht erreichbar. Zumindest die letzte Sendung könnt ihr jetzt aber hier nochmal nachhören.

Ein Interview mit einem Aktiven der Freien Radio Initiative in Lübeck zur Hausdurchsuchung bei der alternative e.V./ auf der Walli.

Gespräch mit dem Kieler Ratsherrn Stefan Rudau (Die Linke) zur Umbenennung des Hindenburgufers.

Beitrag zu den Aktivitäten des Neo-Nazis Svante K. an der Kieler Fachhochschule

„Zack. Zack. Zack. Ein Beitrag nach dem Anderen.“ Die Luftschlossfabrik in Flensburg stellt sich vor.

Stellungnahme: Freie Frequenzen für Freie Radios in Schleswig-Holstein

Ein wichtiger Schritt hin zur Lizenzierung Freier Radios im Norden, ist mit dem Gutachten, bzw. der Stellungnahme der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) über die „Perspektiven von Lokalradio in Schleswig-Holstein“ (Download: pdf) gemacht. Unsere Forderungen und Vorstellungen nach eigenen Standorten für nichtkommerziellen Rundfunk und deren öffentlicher Finanzierung finden sich darin wieder. Im Gutachten werden Maßnahmen erläutert, wie die Medienpolitik Voraussetzungen für die Einführung lokaler Sender schaffen kann. An den fünf Standorten Flensburg/Glücksburg (98,6 / 98,5 MHz), Sylt/Bredstedt/Föhr (88,1 / 88,4 MHz), Kiel (107,0 MHz), Neumünster (93,4 MHz) und Lübeck (88,4 / 88,5 MHz) stehen demnach freie Übertragungskapazitäten zur Verfügung. Die MA HSH empfiehlt dabei eine Zuweisung sowohl an nichtkommerzielle als auch kommerzielle Lizenznehmer bzw. Inhalteanbieter.

 

Als Freie Radio Initiative Schleswig-Holstein (FRISH) begrüßen wir grundsätzlich den Tenor des Gutachtens, das in Schleswig-Holstein aus § 17 Abs. 1 Satz 2 MstV HSH abgeleitete Lokalrundfunkverbot aufzuheben. Wir appellieren aber an Medienpolitik und Medienregulierung mögliche Standorte, Finanzierung und Struktur nichtkommerzieller Anbieter nicht in Konkurrenz zu kommerziellen Anbietern zu stellen. Dem im Gutachten der MA HSH unter Abschnitt 2.3 vorgestellten lokalen nichtkommerziellen Hörfunk sollte deshalb vorrangig ein Zugang zu den freien Übertragungskapazitäten bei einer angemessenen öffentlichen Finanzierung eingeräumt werden. Wir fordern auf dieser Grundlage die Staatskanzlei in Kiel sowie den Innen- und Rechtsausschuss des Landtages und alle Landtagsfraktionen auf, mit einer Novellierung des Medienstaatsvertrages zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein die Voraussetzungen für neue nichtkommerzielle, lokale Radiosender zu schaffen.

 

Damit gäbe es die Möglichkeit der Nutzung freier Frequenzen durch gemeinnützige Radiovereine. Diese sind bereits in Schleswig-Holstein aktiv (Neugründungen 2013 in Kiel, Neumünster, Flensburg) oder existieren seit längerer Zeit (Husum / Nordfriesland) und arbeiten eng mit dem Freien Sender Kombinat FSK in Hamburg zusammen. An weiteren Standorten gibt es Einzelpersonen, Organisationen sowie in Gründung befindliche Radiovereine, die sich unserer Initiative angeschlossen haben (z. B. in Lübeck, Pinneberg, Bad Oldesloe, Bad Segeberg). Im vergangenen Jahr haben wir unsere Landesinitiative FRISH neu aufgebaut und in eine Vereinsform überführt.

 

An den fünf Standorten, aber auch an weiteren im Gutachten nicht erwähnten Orten, gibt es also ganz konkrete Interessen einer nichtkommerziellen und werbefreien Nutzung freier Frequenzen durch Radiovereine, die bisher nicht über UKW senden können. Wie das Gutachten ebenfalls klarstellt, unterscheiden sie sich in Modell und Zielen von den bestehenden Offenen Kanälen in Schleswig-Holstein. Wobei hier aus unserer Sicht ergänzt werden muss, das auch in einem nichtkommerziellen Lokalradio die Aus- und Fortbildung und die Medienkompetenzvermittlung eine tragende Rolle spielt. Hier jedoch unter den Bedingungen eines laufenden, journalistisch und redaktionell fokussierten Programms. Ziel Freier Radios ist allen Schichten der Bevölkerung Zugang zum Rundfunk zu ermöglichen, insbesondere denen, die nur einen eingeschränkten Zugang zu herkömmlichen Medien haben.

 

Uns als Freien Radios geht es um die Förderung einer eigenständigen Berichterstattung und von Medieninhalten, die nicht auf Einschaltquote und kommerzielle Verwertbarkeit abzielen. Die Sender sind selbstverwaltet und kollektiv organisiert. Freie Radios sind in anderen Bundesländern teilweise bereits seit mehr als 25 Jahren etabliert und stellen dort ein wichtige Ergänzung zu den bestehenden öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Medien dar. Durch unseren nichtkommerziellen Charakter ist eine Beeinflussung des Werbemarktes nicht gegeben. Freie Radios stellen keine Konkurrenz zu bestehenden lokalen Vereinsstrukturen dar, sondern sind eine zusätzliche Bereicherung für sie.

 

Wir begrüßen die in der Stellungnahme der MA HSH enthaltenen Vorschläge für eine institutionelle und dauerhafte Basisfinanzierung. Diese Lösung wäre beispielsweise vergleichbar mit der Regulierung für Nichtkommerzielle Lokalradios (NKL) in Sachsen-Anhalt, Hessen oder Baden-Württemberg. Diese könnten hier wiederum aus Mitteln der Medienstiftung Hamburg / Schleswig-Holstein finanziert werden, wenn die Kompetenzen für die Medienanstalt HSH bei der Mittelvergabe erweitert werden. Bei der Kalkulation der Förderhöhen für die Finanzierung der anfallenden Sende-, Verbreitungs-, Sach- und Personalkosten geben wir jedoch die Bedingungen für lokalen Rundfunk in einem Flächenland zu bedenken. Wenn Radiovereine weitab der Metropole aktiv sind, im Gegensatz zu dem mit ca. 100.000 € jährlichen Gesamtkosten genannten Hamburger Freien Sender Kombinat (FSK), werden diese auch wesentlich weniger Möglichkeiten der Gegenfinanzierung über Mitgliedsbeiträge und Spenden erwarten können. Eine langfristige und angemessene öffentliche Finanzierung wäre jedoch Voraussetzung für die Umsetzung der eigentlichen Ziele der Freien Radios in Schleswig-Holstein.

 

Wir appellieren zudem an Medienpolitik und Medienregulierung, die Einführung kommerzieller lokaler Radios nicht weiter zu forcieren. Eine publizistische Ergänzung, mehr Medienvielfalt oder eine geringere Medienkonzentration in Schleswig-Holstein wären mit ihnen nicht zu erwarten, weil erneut gewinnorientierte Vorgaben das Programm bestimmen. Konkret wenden wir uns gegen eine Vergabe einer kommerziellen Frequenz für den Standort Sylt, der die Verbreitung an der Westküste über den Standort Bredstedt verhindern würde.  Und das obwohl vom Festland mindestens doppelt soviel Einwohnerinnen und Einwohnern erreicht werden könnten. Auch in Kiel und Lübeck steht eine kommerzielle Nutzung den Aktivitäten zum Aufbau Freier Radios entgegen. Wir bekräftigen unsere Grundforderung nach Zulassung Freier Radios für ganz Schleswig-Holstein. An allen Standorten sollte der Zugang für die nichtkommerziellen Radioinitiativen bevorzugt berücksichtigt und auch aktiv unterstützt werden. Wir sprechen uns gegen eine zahlenmäßige Einschränkung der Standorte und erweiterte inhaltliche Beschränkungen und Vorgaben aus.

 

FRISH Stellungnahme vom 22. Januar 2014

 

Download als pdf-datei: FRISH_Stellungnahme_Freie_Radios_in_SH_Januar2014

 

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