Archiv für den Monat: August 2013

Initiative für ein Freies Radio in Nordfriesland – Infoabend am 11.September 2013 in Husum

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Die Chancen für den Start eines Freien Radios in Nordfriesland stehen so gut wie nie zuvor. Nichtkommerzielle Sender werden von freien Radioinitiativen in verschiedenen Städten in Schleswig-Holstein seit Jahren gefordert. Seit Mai 2013 wird nun auch offen in der Politik auf Landesebene über die Einführung von Lokalradios in Schleswig-Holstein diskutiert.

Die Entscheidung hängt nicht nur von der Medienregulierung in Hamburg und Schleswig-Holstein ab, sondern auch von der Situation hier in der Region. Husum kommt als ein möglicher Standort in Frage. Wenn es genug Rückhalt für einen selbstverwalteten und alternativen Sender gibt, wäre ein erster wichtiger Schritt getan, einen eigenen Radiosender aufbauen zu können! Es ist also höchste Zeit zu handeln und den Stein ins Rollen zu bringen. Denn Nordfriesland braucht ein Medium das offen, emanzipatorisch und unabhängig von lokalen Eliten ist, das gemeinschaftlich organisiert wird und in den Händen der Macherinnen und Macher liegt.

Freie Radios sind Orte kritischer Berichterstattung von lokal bis global, sie sind offen für alle die etwas bewegen wollen und gegen rassistische und diskriminierende Zustände agieren. Sie geben denjenigen eine Stimme, die in den öffentlich-rechtlichen oder kommerziellen Medien kaum repräsentiert sind oder gar nicht zu Wort kommen. Hier ist auch Freiraum für Subkulturen und Musik abseits des Mainstream, für politische Debatten, für interkulturelles Miteinander und vieles mehr. Ein Freies Radio ist auch immer ein sozialer Ort für alle Altersstufen und kann in Nordfriesland vieles verbinden, was bisher parallel nebeneinander existiert. Deshalb: Freies Radio anstatt Dudelfunk – Another radio is possible!

Seid herzlich eingeladen dazu miteinander ins Gespräch zu kommen!

Infoabend am Mittwoch, 11. September 2013 ab 19.30 Uhr im Speicher Husum Hafenstraße 17, 1. Stock (mit Gästen aus anderen Städten)

Wer nicht dabei sein kann, melde sich für weitere Infos bei der Freien RadioCooperative FRC-Husum@t-online.de oder Telefon 04841/ 62284. Diese Einladung kann gerne an Interessierte weitergeleitet werden.

Der dumme August – hält Schleswig-Holstein den Eulenspiegel vor

Dass das Lustige einfach nur lustig ist, ist kaum noch denkbar, hinter der Lustigkeit wird unbedingt Düstere oder zumindest das Tragische vermutet.


Der Infoladen Subtilus in Flensburg ist derzeit in seiner Existenz bedroht. Ein Gespräch zur gegenwärtigen Situation mit einem Menschen aus Flensburg.


Gespräch mit einer Antifaschistin aus Kiel zur Zwischenstation der „NPD-Deutschlandtour“ in Kiel.


Die Psychologen an der Kieler Uni wollen keine E-Mails mehr von amerikanischen Mailanbietern. Eignet sich für eine MA-Arbeit zum Thema „Paranoia“…


…denn eigentlich steht der Hauptfeind in Sachen Datenschutz im eigenen Land. Zur Praxis der Polizei in SH massenhaft Funkzellenabfragen durchzuführen.


Gespräch mit einem Antifaschisten aus Pinneberg zum Anschlag auf ein dortiges Büro der Grünen.


Sehr punkrockiges Interview mit einigen Aktiven aus Rendsburg zum Jubiläumskonzert 40-Jahre T-Stube. Zudem Erkenntnisse über individuelle und kollektive Alterungsprozesse und die Flexibilität von Zeit und Raum. Das Konzert wird ab voraussichtlich 22 Uhr am 6.9. auch auf dem Freien Sender-Kombinat übertragen. Mehr Infos zum Konzert: T-Stube Rendsburg
Livestream dann unter: FSK-Livestream

Löwenzahn im Juli – Just blowing in the wind

Der gemeine Löwenzahn sollte sich schon Ende Mai in alle Winde verweht haben und nicht erst im Juli. Gar nicht so furchtbar verspätet gehen dieses Mal aber unsere Podcasts aus dem Juli on Air.


Bericht über eine Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt


Solionzert für Betrffene von Repression anlässlich der HAK-Räumung. Klickt ihr hier.


Die Alte Meierei in Kiel wird junge 30 Jahre, aber wer mit 30 ohne Wehwechen und Schönheitsfehler ist, ist bekanntlich tot. Und auch der Dachschaden ist nach 30 Jahren in dieser Gesellschaft noch nicht irreparabel.


Das Pinneberger Jobcenter mit Empfehlungen für Hartz IV-EmpfängerInnen. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint – und sogar an der Intention dürfen Zweifel bestehen…


Vorbericht zum ersten Prozesstag eines Antifaschisten aus Kiel, der am Tag der deutschen Zukunft von einer Horde Polizisten verprügelt wurde.


Bericht über die im letzter Minute verhinderte Abschiebung eines iranischen Genossen aus der Rendsburger Abschiebehaft.


Ausführliches Interview über Prof. Dr. Krauses relativierende NS-Vergleiche und seine Untragbarkeit als Politikwissenschaftler. Mit einem Vertreter der Kieler Ini für die Zivilklausel.

STELLUNGNAHME zur aktuellen Diskussion um die Zulassung von Lokalradios für Schleswig Holstein

STELLUNGNAHME zur aktuellen Diskussion um die Zulassung von Lokalradios für Schleswig Holstein

Mit Freude und großem Interesse verfolgen wir die entstandene Diskussion zu Möglichkeiten und Notwendigkeit nichtkommerzieller Lokalradios in Schleswig-Holstein. Als Initiative in der sich mehrere örtliche Zusammenschlüsse für Freie Radios treffen und organisieren begrüßen wir, dass das Thema spätestens mit der Debatte im Kieler Landtag am 20. Juni 2013 die Politik mit erfasst hat. Seit vielen Jahren engagieren wir uns für die Zulassung von Freien Radios in Schleswig-Holstein. Unsere Radioinitativen konnten bisher nur in den Offenen Kanälen (OKSH) und im Freien Sender Kombinat Hamburg (FSK) senden.

Aus der bisherigen Sendepraxis ist eine überregionale Zusammenarbeit entstanden, welche kulturell und politisch ausstrahlt, sozial interveniert und Debatten anstößt. Als Initiative für Freie Radios geht es uns nicht um die Einführung von werbefinanzierten Programmen, sondern vielmehr um die Errichtung nichtkommerzieller und alternativer Radiosender, die zugangsoffen und selbstorganisiert sind.

Als dritte Säule, neben den privat-kommerziellen und den öffentlich-rechtlichen Lizenznehmern, müssen künftig eigenständige Freie Radios auf eigenen Frequenzen gesetzlich ermöglicht werden. Dies gibt es medienrechtlich seit vielen Jahren in anderen Bundesländern in Form nichtkommerzieller lokaler Lizenznehmer (NKL) bzw. Freier Radios. Beispiele dafür finden sich unter anderem in Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt. Dort strahlen Radiovereine eigenständige, publizistische Programme mit einem 24-Stunden-Programm aus und erhalten dafür eine institutionelle Grundfinanzierung von den dortigen Landesmedienanstalten.

Freie Radios sind lokal organisiert und überregional vernetzt. Lokale Themen sind deshalb auch ein wichtiger Bestandteil des Programms. Hier wird auf einzigartige Weise lokale Berichterstattung betrieben, die in anderen Medien oft keinen Platz hat – Minderheiten, wie auch eine wirkliche musikalische Vielfalt finden dort ihren Raum.

Freies Radio ist ehrenamtlich und selbstorganisiert. Daher ist die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht finanziell begrenzt. Freies Radio lebt von der Pluralität der Sendenden. Diese Vielfalt der Menschen und Communities spiegelt sich auch im ausgestrahlten Programm wieder. Was Freies Radio leistet, ist nicht weniger als die Vergesellschaftung des Radios. Gerade diese Lokalität und Partizipationsmöglichkeiten bietet nur Freies Radio. [1]

Nichtkommerzielles Lokalradio legt den Schwerpunkt auf mehrdimensionalen Erwerb von Medienkompetenz: Nicht nur die Sendungen werden selbst produziert, sondern auch der Sender wird selbst organisiert. Die Verantwortung erstreckt sich nicht nur auf den eigenen Programmplatz, sondern auf das gesamte Radio. [2]

Wir bringen Pluralität in Schleswig-Holsteins weitgehend monopolisierte Medienlandschaft. Freie Radios übernehmen unverzichtbare Aufgaben und Funktionen, die der öffentlich-rechtliche und privat-kommerzielle Rundfunk nicht leistet und die zudem gesellschaftlich und politisch von größter Relevanz sind. [3] Das Fehlen eines Freien Radios, welchen sozialen Bewegungen und Communities einen Raum bietet, ist ein schleswig-holsteinischer Anachronismus.

In Hamburg beispielsweise besteht das geprochene Wort auf der 93.0 MHz-Frequenz (FSK) aus ungefähr 10 Sprachen. Nichtkommerzialität sichert die Unabhängigkeit von einer Quote und damit viele erdenkliche (Nischen-)Produktionen. Das Radio selbst ist ein kultureller Faktor; es sendet und empfängt soziale Resonanzen – es agiert wechselwirkend nicht im Markt, sondern im sozialen Raum.

In Kiel, Lübeck, Neumünster, Pinneberg, Husum, Bad Segeberg, Bad Oldesloe und Flensburg existieren Radioinitiativen und Ansprechpartner_Innen. Mit einer Perspektive für die Vergabe von nichtkommerziellen Lizenzen, gründen sich derzeit weitere Radiovereine.

Diese wahren ihre inhaltliche und finanzielle Unabhängigkeit über die Einnahmen aus Spenden und Fördermitgliedsbeiträgen. Für den technischen und organisatorischen Aufbau und für die Gewährleistung einer dauerhaften Ausstrahlung wird darüber hinaus eine Basisförderung aus Mitteln der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein bzw. der Medienstiftung Hamburg/Schleswig-Holstein nötig. Daraus wird die ehrenamtliche Produktion, Ausstrahlung, Ausbildung sowie die technische und organisatorische Begleitung ermöglicht.

Wir stehen für allen Interessierten gern zu Gesprächen und für eine Zusammenarbeit zur Entwicklung nichtkommerzieller Lokalradios in Schleswig-Holstein zur Verfügung. Vorstellbar ist auch die Durchführung von vertiefenden Hearings oder Workshops, zu denen wir unsere Mitwirkung hiermit gerne anbieten.
Freie Radio Initiative SH im Juni 2013

Ansprechpartner:
Lars Rathje-Juhl
0176/444 588 74
larsrathje-juhl@web.de

Freie Radioinitiativen
c/o HSG Offene Fragen
c/o AStA der Universität Kiel
Westring 385
24118 Kiel

[1] Aus der Stellungnahme der Freien RadioCooperative Husum e.V. zum Entwurf eines Gesetzes zum Staatsvertrag über das Medienrecht in Hamburg und Schleswig-Holstein (Medienstaatsvertrag HSH) vom 29. September 2006.) http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl16/umdrucke/1200/umdruck-16-1254.pdf
[2] Aus der Stellungnahme der Anbieterinnengemeinschaft im FSK e. V. zum Staatsvertrag zur Änderung des Staatsvertrages über das Medienrecht in Hamburg und Schleswig-Holstein. http://www.fsk-hh.org/stellungnahme_zur_geplanten_aenderung_des_medienstaatsvertrags
[3] Stellungnahme des Bundesverbandes Freier Radios zur Novellierung des Landesmediengesetzes in Nordrhein-Westfalen 2013 http://www.freie-radios.de/aktuell/medienpolitik/14132-stellungnahme-zur-novellierung-des-landesmediengesetzes-in-nrw.html

Lokales Radiotreffen in Neumünster am Freitag, 9. August 2013

Weiter gehts mit der Initiative für ein freies lokales Radio in Neumünster – Erneutes Radiotreffen am Freitag, 9. August 2013 – Hier der Aufruf:

kdw-logoDie Diskussionen nach dem ersten Treffen im Juni 2013, für den Aufbau eines selbstorganisierten lokalen Freien Radios in Neumünster, werden in den nächsten Wochen konkreter. Wie wollen wir uns organisieren, welchen Namen wollen wir uns geben, wie können wir selbst Radioinhalte produzieren, wie wollen wir uns mir Radios in anderen Städten austauschen, wie gehen wir damit an die Öffentlichkeit, welche Räumlichkeiten für die Einrichtung eines Produktionsstudios in Neumünster kommen in Frage? Dazu gibt es im August für alle Interessierten ein zweites offenes Radiotreffen im KDW. Im September folgt dann ein erster Radioworkshop. Alle sind eingeladen eigene Ideen einzubringen und das Radioprojekt mit Inhalt & Leben zu füllen! Demnächst richten wir dazu eine eigene Mailingliste und eine Webseite ein. Wer Interesse hat mit dabei zu sein, sollte sich am Freitag, den 9. August 2013 um 18 Uhr im KDW einfinden. Ort und Termin für den Workshop im September werden wir dann festlegen. Interessierte melden sich bitte auch bei Stefan Tenner über radio@riseup.net

UPDATE:

Es wurde bei dem Treffen beschlossen in Neumünster einen Radioverein zu gründen, die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken und für den 28. September 2013 einen Radioworkshop zu veranstalten. Weitere Infos folgen demnächst.